Kamerakram
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Das alte RHI Didier Werk

Am verlassenen Didier Werk in Duisburg angekommen, ist die Vorfreude auf diesen Lost Place schnell verflogen. Das Gelände scheint momentan durch eine Spedition genutzt zu werden, denn auf dem Hof, vor dem wir stehen, sind unzählige LKW Anhänger und Container abgestellt. Selbstverständlich sind die Mauern und Zäune deshalb auch noch intakt. Wir möchten trotzdem unser Glück versuchen und beginnen mit einem kleinen Rundgang um das Gelände. Als wir uns schon sicher sind, dass wir hier unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen, entdecken wir eine offen stehende Tür. Was sich wohl dahinter verbirgt?


Wir treten in den ersten Raum ein und sehen, dass hier alle weiteren Türen, die mit Sicherheit auf das Gelände führen würden, verschlossen sind. Glücklicherweise ist da aber noch eine Kellertreppe. Wir schalten unsere Taschenlampen ein und steigen ins Dunkle hinab. Vor uns liegen auf einmal riesige unterirdische Hallen und Gänge. Diese werden immer wieder von Wassergruben durchtrennt. Wofür das hier alles einmal gedacht war? Wir können nur Vermutungen anstellen. Wir laufen die dunklen Gänge entlang, bis wir irgendwann wieder Tageslicht sehen können. Vor uns ist eine weitere Treppe, die uns wieder nach oben bringen wird.


Wir sind auf dem Gelände des alten Didier Werks angekommen. Hier warten riesige Lagerhallen, Kräne und Werkstätten auf uns. Als wir gerade dabei sind, uns alte Schaltkästen anzuschauen, hören wir Geräusche. Ein Motor heult auf und man hört Autoreifen über den Schutt auf dem Hof fahren. Wir sind nicht alleine. Schnell verstecken wir uns hinter einer Mauer und versuchen herauszufinden, woher die Geräusche kamen. So plötzlich wie der Besucher aufgetaucht war, ist er auch wieder verschwunden. Wir hoffen, dass wir nun wieder alleine sind und setzen unsere Erkundung fort.


Ein weiterer Keller liegt vor uns und auch hier ist es wahnsinnig dunkel. In der Luft liegt ein schwerer Geruch von altem Öl und feuchten Wänden. Auch in diesem Keller sind wieder kleine Gräben zu finden. Das Wasser schimmert in allen Farben, als der Schein unserer Taschenlampen auf die Oberfläche trifft. Wieder wird die Ruhe auf dem Gelände durch Motorengeräusche gestört. Uns ist klar, dass wir immer noch nicht alleine hier sind. Wir beschließen unsere Tour an dieser Stelle zu beenden. Ganz geheuer ist uns der unbekannte Autofahrer nicht.


L'historique

Die Didier-Werke AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden, das auf dem Gebiet der Forschung, Fertigung, Vertrieb und Montage von hochtemperaturfester Spezialkeramik tätig ist. Das Unternehmen wurde 1865 gegründet. Im Jahr 1995 wurden die seit 1872 börsennotierten Didier-Werke von der RHI AG mehrheitlich übernommen. Seitdem ist Didier eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der RHI AG.


1834 erwarb Ferdinand Didier vom preußischen Staat eine Ziegelei und Kalkbrennerei und gab seinem jungen Unternehmen den Namen Chamottefabrik F. Didier in Podejuch. 1849 entdeckte Didier bei Podejuch natürliche Vorkommen von Quarzkies und Quarzsand, die er als einer der ersten Unternehmer in Deutschland zur Herstellung feuerfester Materialien, sogenannter Schamotte verwendete.


Nachdem Didier den anerkannten Fachmann für den Gaswerksbau, Wilhelm Kornhardt, 1864 als Partner gewonnen hatte, gründeten beide 1865 zusammen die Stettiner Chamottefabrik F. Didier, welche ihren Betriebssitz in Stettin hatte. Nach Didiers Tod 1867 führte Wilhelm Kornhardt als Alleininhaber das Unternehmen weiter.


Zwecks Erweiterung und Verbesserung der Produktpalette gründete Didier 1888 eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Nach der Gründung von Zweigwerken in Niederlahnstein im Jahr 1889 und Bodenbach im Jahr 1890 folgte 1899 der Erwerb der von ein paar anderen Unternehmen.


Nachdem die Didier-Werke 1925 ihre Verwaltung von Stettin nach Berlin verlegt hatten, besaßen sie Ende 1930 über das gesamte Deutsche Reich verteilt 23 Fabriken für feuerfeste Materialien. Aus diesem Grund musste die Didier-Gruppe neu geordnet werden und führte im Jahre 1932 zur Gründung der Didier-Werke AG.


Im Jahr 2013 wurde der Betrieb des RHI Didier Werkes in Duisburg-Hochfeld eingestellt und 122 Beschäftigte mussten entlassen werden. Seitdem ist in Duisburg ein neuer Lost Place entstanden. Es gibt bereits Pläne für eine Nachnutzung des Geländes, welches momentan zurückgebaut wird.


Faits saillants

Catégorie:  


Industriel

Abandonné depuis:  


2013

Niveau de vandalisme:  


Vandalisme important

Niveau de difficulté:  


Élevé



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