Frauengefängnis Lichterfelde
Das ehemalige Frauengefängnis Lichterfelde steht seit 2010 leer. In diesem Jahr wurden die letzten Insassinnen in die Justizvollzugsanstalt nach Düppel verlegt.
Lesezeit
- Baujahr
- 1906
- Verlassen seit
- 201016 Jahre leer
- Region
- Berlin
Kapitel 01 · Die Geschichte
Das Gebäude an der Söhtstraße 7 in Berlin-Lichterfelde wurde zwischen 1902 und 1906 als Amtsgericht mit angegliedertem Gefängnis errichtet. Ab 1906 diente es als Justizvollzugsanstalt für Frauen. Das dreistöckige Gefängnis umfasste Zellen von je acht Quadratmetern. 1913 und 1949 erfolgten Umbauten.
Über ein Jahrhundert lang war das Gebäude als Frauengefängnis in Betrieb. Am 1. Juli 2010 eröffnete der Neubau JVA Düppel mit 250 Hafträumen, das Gefängnis in der Söhtstraße wurde geschlossen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Im April 2016 übernahm der Kulturmanager Jochen Hahn das Haus und etablierte den Kulturstandort SOEHT 7 mit Ateliers und Ausstellungen.
Kapitel 02 · Der Besuch
Die hundertjährige Haftanstalt in Mitten in der Villenkolonie Lichterfelde ist fast unbemerkt geschlossen worden. Die 70 Zellen sind fast alle gleich. Sechs Quadratmeter, trostlose Wände und vergitterte Fenster. Durch die teilweise starke Unterbelegung wurden hier sogar zum Teil Männer untergebracht. Einer der bekanntesten dürfte wohl Bubi Scholz gewesen sein. Besucht man heute das ehemalige Frauengefängnis Lichterfelde, kann man in den Zellen fast nichts mehr vorfinden. Sie sind ausgeräumt, in manchen kann man mittlerweile sogar übernachten.
Dieser verlassene Ort in Berlin dürfte in wenigen Monaten Geschichte sein. Das Gebäude wurde einem neuen Eigentümer übergeben und soll nun komplett umfunktioniert werden. Einerseits ist es schade, einen Lost Place weniger auf der Berliner Karte verzeichnen zu können, andererseits entsteht dort nun Platz für Kunst, Kultur und Musik.
Bei meinem Besuch waren mit mir noch knapp 20 andere Interessierte dort. Viel zu viele Leute für ein solch relativ kleines Gebäude, mit langen Gängen und Fluren. Wenn man ein interessanten Motiv gefunden hatte, musste man immer warten, bis endlich auch der letzte Besucher seine Füße, oder sein Stativ auf dem Bild entfernt hatte. Wenn ich dann nicht schnell genug auf den Auslöser gedrückt hatte, war schon der nächste im Bild.
Dazu kommt, dass der Ort durch die vielen Besucher an Stimmung verliert. Man hat nicht mehr das Gefühl, in einem typischen Lost Place zu sein. Es wirkt beinahe eher, wie eine der vielen Sehenswürdigkeiten in Berlin. Schade eigentlich.
Du bist zu Besuch in Berlin und möchtest dir etwas abseits der üblichen Touristen Hotspots anschauen? Dann wirf doch mal einen Blick auf diese Lost Places in Berlin.
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Kapitel 03 · Die Galerie
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