Feuerwerkslaboratorium
Das verlassene Feuerwerkslaboratorium wurde 1915 zur Produktion von Granaten und Zündern errichtet. Danach ging das Feuerwerkslaboratorium in den Besitzt der Deutsche Reichsbahn über.
Lesezeit
- Baujahr
- 1915
- Verlassen seit
- 199333 Jahre leer
- Region
- Brandenburg
Kapitel 01 · Die Geschichte
1915 entstand neben einer Pulverfabrik das Feuerwerkslaboratorium, in dem hauptsächlich Granaten und Zünder produziert wurden. Für diese Produktion waren ungefähr 3.000 Arbeitskräfte notwendig. Neben dem, wie zu dieser Zeit üblichen, repräsentativen Verwaltungskomplex gehörten auch drei langgestreckte Fabrikgebäude zum Feuerwerkslaboratorium. Diese drei Gebäude wurden im Laufe der Zeit wieder miteinander verbunden.
Im Jahr 1920 übernahm die Deutsche Reichsbahn das Werk und damit wurde aus dem Verwaltungskomplex des Feuerwerkslaboratoriums die Reichsbahnzentralschule. Zu dieser Zeit war sie die drittgrößte Zentralschule für Dienstanfänger der Eisenbahn. Die Reichsbahnzentralschule nahm am 01.03.1928 ihren Betrieb auf.
Die Dienstanfänger der Eisenbahn wurden in verschiedenen Dienststellen, wie z.B. in Bahnhöfen, Güterabfertigungen und Fahrkartenausgaben ausgebildet. Für technische Neuerungen der Reichsbahn und neue Arbeitsverfahren fanden hier Lehrgänge statt. In dieser neuen Zentralschule wurden Einrichtungen für die theoretische und praktische Ausbildung geschaffen. So existierten hier originalgetreue Signal- und Gleisanlagen, an denen die Dienstanfänger unter realen Bedingungen ausgebildet werden konnten. Zu Demonstrationszwecken wurde sogar ein Lehrstellwerk mit Außenanlage errichtet. Neben diesem Lehrstellwerk befand sich ein Saal mit Anschauungsmaterialien aus den Fachbereichen Schwachstromtechnik, Oberbau und Sicherungswesen.
Der große Vortragssaal verfügte über einen Kinovorführapparat und hatte ausreichend Platz für ungefähr 90 Zuschauer. Dazu gab es noch einen Physiksaal mit Experimentiertisch, einen Zeichen- und einen Übungssaal. Am Lehrstellwerk befand sich ein weiterer Unterrichtsraum für 50 Schüler. Die Schüler konnten mit dieser umfangreichen Ausstattung in allen Bereichen aus- und fortgebildet werden.
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs übernahm im Mai 1945 die Rote Armee das Gelände und die Gebäude der Zentralschule und nutzte diese bis 1992 als Kaserne. Seit dem Abzug der russischen Streitkräfte im Jahr 1993 steht das ehemalige Feuerwerkslaboratorium leer und kämpft gegen den stetig fortschreitenden Verfall an.
Das Gelände gehört nun zum Industrielehrpfad Kirchmöser. Auf zwei Rundwegen kann man hier allerhand Wissenswertes über die Entwicklung des Bauern- und Fischerdorfs Möser hin zum Industriestandort Kirchmöser erfahren. Den Schwerpunkt bildet dabei die Zeit ab dem ersten Weltkrieg. Zu dieser Zeit entstanden nämlich die bis heute weitestgehend erhalten gebliebenen Industrieanlagen und Wohngebiete.
Kapitel 02 · Der Besuch
Etwas übernächtigt mache ich mich früh am Morgen auf den Weg zum verlassenen Feuerwerkslaboratorium. Das Wetter ist durchwachsen und ich hoffe, dass es nicht den ganzen Tag regnen wird. Ich habe schließlich noch einiges vor und weder meine Kamera, noch meine Drohne mögen den warmen Sommerregen. Nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit über Landstraßen und holprige Dörfer gefahren bin, komme ich endlich am alten Feuerwerkslaboratorium an.
Ich parke direkt vor den Toren des alten Laboratoriums. Die Tore sind sicher verschlossen. Bereits auf der Anreise konnte ich sehen, dass das gesamte Gelände abgesichert wurde. Direkt neben den verschlossenen Eingangstoren befindet sich eine Schautafel. Auf ihr steht die Geschichte des Feuerwerkslaboratorium geschrieben. Offenbar gehört das Gelände nun zum Industrielehrpfad Kirchmöser. Es ist spannend, direkt vor Ort mehr über die Geschichte erfahren zu können. Das Tor hat einige Löcher, so dass ich einen Blick auf das Gelände werfen kann. Sie sind dazu auch noch groß genug, um mit der Kamera hindurch zu fotografieren.
Nachdem ich alle Winkel, die die kleinen Löcher im Tor zulassen, mit dem dem Objektiv ausgereizt habe, verstaue ich meine Kamera wieder im Rucksack. Ich möchte noch ein paar Aufnahmen aus der Luft machen. Von oben bekommt man doch immer noch mal einen ganz anderen Blickwinkel, der einem ohne Drohne verwehrt bleibt.
Die Rotoren beginnen sich zu drehen. Kurz darauf kann man das laute Surren hören und die Drohne zischt in Richtung des Himmels. Ich bin wirklich sehr gern mit der Drohne unterwegs. Hier oben hat man Ruhe und keine störenden Objekte im Weg. Ich sitze dabei im geöffneten Kofferraum und bin offenbar das Highlight für die vorbeifahrenden Radfahrer. Irgendwann reißt mich das Piepsen der Akkustandswarnung aus meinen Aufnahmen und die Drohne kehrt zu mir zurück.
Kapitel 03 · Der Rundgang im Video
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Verlassene Orte zum Mitnehmen.
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