Diakonissen-Wohnheim Bad Ems
Das ehemalige Schwesternwohnheim der Diakonissen in Bad Ems ist ein faszinierender Lost Place in Rheinland-Pfalz.
Lesezeit
- Baujahr
- 1931
- Verlassen seit
- 199729 Jahre leer
- Region
- RP
Kapitel 01 · Die Geschichte
Das ehemalige Schwesternwohnheim der Diakonissen wurde in den 1920er Jahren als Teil einer Besatzungskaserne erbaut und 1931 von den evangelischen Ordensschwestern und Diakonissen übernommen. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges wurde das Haus von den Frauen Friedenswarte getauft. Zu dieser Zeit hätte es wohl keinen größeren Wunsch geben können. Zeitgleich wurde es zu einem Kurhaus umfunktioniert. Dort konnten sich Ordensschwestern von ihrer aufopferungsvollen Arbeit erholen oder ihre Lebensabende verbringen.
Der Alltag der Diakonissen war beschwerlich und anstrengend, denn sie waren allzeit umgeben von Krankheit und Tod. Ihr Leben stellten sie in den Dienst der Pflege Kranker und alter Menschen. Während des Krieges betreuten sie verwundete Soldaten und solche, die an Typhus, Ruhr, Diphtherie oder Tuberkulose erkrankten.
1934 wurde die Friedenswarte zum Mutterhaus der Emser Diakonissen, das in Kriegszeiten zu einem wichtigen Schutzort werden sollte. Die tiefen Keller boten den Menschen Zuflucht während der alliierten Bombenangriffe. Alle Gebäude der Diakonissen in Bad Ems blieben unversehrt, was nahezu an ein Wunder grenzte.
Nach dem Krieg wurden viele Ostflüchtlinge und Kriegsopfer zu Diakonissen ausgebildet. Doch mit der Zeit fanden sich immer weniger Frauen, die das gute Werk fortführen wollten. 1997 zogen somit die letzten Diakonissen aus und seitdem steht das Schwesternwohnheim der Diakonissen in Bad Ems leer. Mittlerweile überzieht schwarzer Schimmel überzieht die Wände und ein großer Riss zieht sich durch das ganze Gebäude. Hier und da drohen die Decken einzustürzen. Weit und breit findet sich niemand mehr, der diesen verlassenen Ort retten möchte.
Komm durch das ehemalige Schwesternwohnheim der Diakonissen in Bad Ems
Kapitel 02 · Der Besuch
Während ich nun im Autohaus sitze und darauf warte, dass mein Auto Winterreifen bekommt, nutze ich die Gelegenheit und bereite ein paar Blogbeiträge vor. Hier liegen schon seit Ewigkeiten einige Bilder herum, die ich eigentlich schon lange mit euch geteilt haben wollte.
Sollte zufällig einer unserer Leser wissen, was früher in diesem Gebäude war, so möge er sich bitte melden. Es gab ein paar Hinweise darauf, dass es sich um eine kirchliche Einrichtung gehandelt haben muss, viel mehr war in dem Gebäude selbst aber nicht zu finden. Zu dem Zeitpunkt, als wir dort waren, wurde es bereits entkernt und ist vielleicht mittlerweile sogar wieder renoviert.
Wahrscheinlich ist die Vergänglichkeit einer der Gründe, der diese Art von Gebäuden so faszinierend macht. Man weiß nicht genau, wie lange sie noch in diesem Zustand bleiben werden und ob sie eventuell in der nächsten Zeit sogar abgerissen werden.
Das Haus
Der Zustand des Hauses war eigentlich noch sehr solide. Man musste an keiner Stelle Angst haben, dass man irgendwo durch die Decke bricht. Bis auf die Turnhalle (oder war es eine Art Aula?) gab es auch keine stark verschimmelten Wände oder offene Dächer. Möbel waren leider kaum noch zu finden. Ein paar Wochen vorher hat das Haus wohl noch ganz anders ausgesehen.
Aufgenommen habe ich die Bilder mit meiner Canon EOS 5D MKII. Ich bin froh, dass ich mein Stativ dabeihatte. Generell empfiehlt sich in solchen verlassenen Gebäuden, mit einem Stativ zu fotografieren, da die Lichtverhältnisse oft sehr schwierig sein können. Man ist schließlich immer auf natürliche Lichtquellen angewiesen.
Hinweis: Es gibt eine aktualisierte Version dieses Beitrags , Ehemaliges Schwesternwohnheim der Diakonissen in Bad Ems.
Kapitel 03 · Der Rundgang im Video
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Mehr Videos aus Rheinland-Pfalz →Kapitel 04 · Die Galerie
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